Trendsport am Historienort

Platz

Yoga am Schloss

Yoga ist inzwischen ja wirklich ein Trendsport, findet immer mehr Bewunderer und Aktive. Ich jobbe ja nebenbei auch in einem Fitnessstudio – natürlich mit Yogakurs. Letztes Jahr bin ich selbst auf den Geschmack gekommen und versuche seitdem regelmäßig morgens meinen Tag so zu beginnen.

Für mich soll Yoga nicht nur fit halten, sondern auch entspannen – und dabei spielt der Ort eine sehr große Rolle, wie ich gemerkt habe. Fast schon normal ist es da inzwischen, zum Yogakurs in die Stadt zu fahren oder sich im Wohnzimmer dem Sonnengruß hinzugeben. Manchmal sehe ich, zumindest im Sommer, auch öfter Einzelne oder sogar mal ganze Kurse in Parks. Ich persönlich bin dabei auch am liebsten draußen. So ein steriler Kursraum, in dem es durch die Geräte nebenan und die anderen Teilnehmer sowieso nie leise ist – das ist nichts für mich. Mir hilft nichts besser zur Tiefenentspannung als das Zwitschern von Vögeln, das Plätschern von Wasser oder das Rauschen des Windes. Bei diesen Geräuschen fühle ich mich schon viel eher frei.

Wohlfühlzone gleich Entspannung?

Klar, das eigene Wohnzimmer ist sowieso meistens eine Wohlfühlzone, aber ich finde es sehr schwierig, mich dort richtig zu konzentrieren und zu entspannen. Gut, wenn es darum geht, auf der Couch zu liegen und Fernseh zu gucken und so zu entspannen, dann ist das auch kein Problem, aber diese Art Entspannung meine ich nicht. Wenn ich zwischendurch die Augen öffne, was ja öfter mal passiert, sehe ich die Wäsche zum sortieren, den Staub auf dem Regal oder meine Studienunterlagen. Tja, und das wars dann soweit erstmal mit entspannter Stimmung. Gut, auch das sollte man sicherlich beherrschen, immerhin ist es ziemlich von Vorteil, wenn man in der Uni oder im Büro die Mittagspause für Yoga nutzt und danach umso entspannter weitermachen kann. Und wenn man das nicht mal in der eigenen Wohnung schafft…tja, hm.

Entspannung an einem ungewöhnlichen OrtTapetenwechsel tun gut

Also versuche ich mir immer mal wieder andere Orte zu suchen und dort meine Seele komplett baumeln zu lassen. Dieser Ort sieht wohl für jeden anders aus. Für mich ist es mal der Stall von meinen Pferden, mal der nächstgelegene Wald oder eben ein altes Gebäude wie ein Schloss oder eine Ruine. Wenn ich dort morgens meine Matte ausbreite, fühle ich mich ganz weit weg von allem Alltag und allen Problemen.

Sich selbst zelebrieren

Und ich denke, genau solche Momente werden immer wichtiger in einer Zeit, in der alles immer schneller, immer selbstverständlicher, immer kühler wird. Wir brauchen diese Momente in denen wir ganz bei uns sind, in denen niemand uns stört. In denen wir uns, unsere Gedanken, unseren Körper und unsere Gefühle voll und ganz wahrnehmen können. Für mich kann ich das am besten am Fuße eines alten Hauses, das sicher mehr zu erzählen hat als ich.

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