Picknick im Park und Hüte im Regen

Platz

Nostalgisches PicknickWart ihr schon mal im Regen picknicken? Nein? Dann solltet ihr das auf jeden Fall auf eure To Do Liste setzen! Gleich werde ich euch auch erzählen warum und außerdem solltet ihr im Herbst auf keinen Fall einen Hut vergessen – schon gar nicht bei einem Regenpicknick…

Warum nicht auch im November picknicken?

Zugegeben, im Sommer ist Outdoor Essen sicherlich noch angenehmer und man ist auch etwas flexibler was die Orts – und Zeitwahl angeht, außerdem lässt es sich nach einem spontanen Sprung in den See auch gleich viel besser essen, trotzdem hat es auch in den dunklen Monaten seinen Reiz. Also habe ich mich heute Morgen hochmotiviert in die Küche gestellt und einen ausgesprochen wintertauglichen Picknickkorb zusammengepackt – Obst, Müsli, Tee und Kakao (und Kuchen…) –  ich könnte das morgen gleich nochmal machen!

Picknicktauglich angezogen?

Danach ging es dann an die Gaderobenwahl, draußen war es klar, aber natürlich leider nicht mehr sonderlich warm, also gefühlte vier Thermoleggins und drei Pullis übereinander (Jaa, ich bin halt sehr kälteempfindlich…). Schal, Mütze und Handschuhe und mein Outfit stand. Als ich dann in den Spiegel sah, dachte ich aber irgendwie – hm, das ist doch doof so. Da packt man sich so einen schönen Korb zusammen, sucht sich einen Schlosspark als Ruhepol und ich hab so eine olle Pudelmütze auf dem Kopf! Außerdem haben wir noch nicht mal Dezember, es liegt noch kein Schnee – ich zögere den Winter so lange hinaus wie es irgendwie geht – mit anderen Worten: Mütze ging gar nicht. Was war die Alternative? Mein Blick fiel auf den braunen Filzhut, den ich mir letztes Jahr gekauft und erst ein Mal getragen  hatte. Oh ja. Das ist es, sieht wenigstens wesentlich schicker aus als so eine Mütze.

Die „Karibikinsel unter Palmen“

Somit ging es dann also zufrieden und warm eingepackt mit meinem Freund David und unserem Zwergspitz Moses Richtung Marquardter Schloss. Marquardt liegt etwa zwölf Kilometer von Potsdam entfernt und ist eine eher kleine Gemeinde mit 1100 Einwohnern, besitzt aber ein sehr schönes Schloss (was übrigens zum Verkauf steht, darüber werde ich euch sicherlich auch noch was schreiben, war ganz schön was los deswegen…) und einen wirklich tollen Schlosspark. Am Schlänitzsee gelegen, mit kleinen Brücken, Trauerweiden und Gußeisentoren. Also genau das Richtige um in Ruhe und in schöner Umgebung zu essen, warum soll es denn immer bloß eine große leere Wiese neben der Uni sein, die man zum picknicken nutzt?
Am Fuße des Schlossgeländes, wo der See beginnt, ist ein kleines Gelände für den Angelverein abgegrenzt, was ich immer sehr schade finde, da es dort eine kleine, halbmondförmige Insel mit einigen Bäumen gibt. Aber wir hatten tatsächlich das Glück, dass jemand dort war, der Moses wohl so süß fand, dass er uns die Insel für das Picknick frei gab – und das kann ich euch wirklich nur empfehlen, versucht solche Plätze zu finden, fragen kostet ja nichts. Und es gibt nichts Schöneres, als umgeben von Wasser unter Bäumen an einem Platz zu picknicken, wo sonst keiner hinkommt.

Der Hut als Kapuzenersatz?Wetterimpressionen

Es sei denn, es regnet. Und genau das tat es, kaum dass wir eine Viertelstunde dort saßen. Dieser Moment ist ganz toll kann ich euch sagen. Zumindest war das meine automatische Reaktion, als die ersten Tropfen kamen, bis ich dann feststellte: Hey, eigentlich ist das jetzt gar nicht so schlimm. Durch die Bäume waren wir ja schon ein klein wenig geschützt und mein Hut sorgte tatsächlich dafür, dass meine Haare und mein ganzes Gesicht trocken blieben. Auch in meinen Kragen lief nichts. Die Mütze einzutauschen war also die absolut richtige Entscheidung gewesen! Der Gleichberechtigung halber muss ich auch noch erwähnen, dass die ehemalige Wildleder Herrenjacke, die ich wirklich liebe, so weit geschnitten war, dass sogar meine Beine größtenteils kaum nass wurden, wenn ich sie anzog. Mein Freund war da nicht ganz so begeistert von dem Wetter (dabei erzählt er mir immer wenn ich über das Wetter jammere, dass er den Regen ja SO toll findet…) – ich sage nur, selbst Schuld wenn man auf Daunenwesten für den regnerischen Winter setzt (ich weiß, es war nicht gerade Regenhimmel als wir losgingen, aber…trotzdem!). Da bin ich doch wirklich dankbar für meine Vintage Teile. Hut und Herrenjacke – meine neuen Regenbegleiter! Sehen immerhin wesentlich schicker aus als die Kapuze und ein Regencape…

Ich kann euch jedenfalls nur sagen, warm genug angezogen mit leckerem Kakao im Regen zu sitzen und die Tropfen auf den See platschen zu sehen ist wahnsinnig beruhigend und befreiend. Und die heiße Dusche danach ist umso schöner!

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