Ein Denkmal der Liebe

Platz

Empfangssaal der Albrechtsburg Meißen

Mitten in Meißen, bekannt für sein Porzellan, erhebt sich das älteste Schloss Deutschlands: die Albrechtsburg. Wobei der Begriff „Burg“ im Namen hier eigentlich irreführend ist, denn die Albrechtsburg bietet keine echten Verteidigungsmöglichkeiten, somit ist es nach heutiger Definition ein Schloss und keine Burg. Aber das macht sie nicht weniger beeindruckend, im Gegenteil.

Wir kommen am Donnerstag in Meißen an und sehen das Schloss schon von Weitem imposant auf dem Berg stehen – darauf waren wir durch vorherige Internetrecherche zwar eigentlich vorbereitet, aber in der Realität ist die Wirkung einfach noch um Vielfaches größer. Parken darf man auf dem Schlosshof zwar eigentlich nicht, es sei denn zum Beispiel, man heiratet hier, aber Besucher werden durch einen Panoramaaufzug direkt hochgefahren und das Auto hat natürlich auf einem Parkplatz dort Platz. So standen wir auf einmal zwischen der Albrechtsburg und dem Meißner Dom – gleich zwei bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten direkt nebeneinander!

Die „Wiege Sachsens“

Im Jahre 929 entstand über der Elbe eine hölzerne Markgrafenburg durch König Heinrich I. (der übrigens der erste richtige deutsche König war, obwohl er eigentlich gar nicht König werden, sondern sich weiter mit Vögeln beschäftigen wollte, deswegen wurde er auch Heinrich der Vogler genannt).

Immer diese Familiendramen

Zwei Meißner Sehenswürdigkeiten auf einem Haufen
Der Meißner Dom ist einen Katzensprung weit entfernt

Von 1471 bis 1490 wurde die Albrechtsburg dann unter den Brüdern Ernst und Albrecht von Wettin als spätgotischer Schlossbau neugebaut. Allerdings war es 1485 zur Leipziger Teilung gekommen – es entstanden Sachsen und Thüringen – sodass nun keiner der beiden Brüder mehr in das „große Zweifamilienhaus“ einziehen wollte, das von dem damaligen Stararchitekten Arnold von Westfalen mit vielen Raffinessen und Neuheiten ausgestattet worden war.

Das berühmte Meißner Porzellan

So kam es, dass die Albrechtsburg, eigentlich als Schloss der Repräsentation, Verwaltung und des Wohnens gedacht, bis 1710 hauptsächlich leer stand. Bis August der Starke beschloss, hier eine Porzellanfabrik zu errichten – es entstand Europas erste Porzellanmanufaktur. Unter anderem lässt sich auch das auf den 800m² großen Ausstellungsflächen heute gut nachvollziehen. Soundmodule lassen den Boden wie durch Maschinenlärm zittern und filigranes Porzellan stellt sich zur Schau. Viele von euch kennen bestimmt auch das berühmte Meißner Porzellan, das tatsächlich hier entstanden ist.

Vom Schloss zur Fabrik zum Museum

1863 konnten dann die meisten Schäden durch umfangreiche Restaurierungsarbeiten beseitigt werden, sodass ein Museum als „Denkmal der Liebe zwischen Fürst und Land“ eröffnet wurde. Schöner hätte man es wohl kaum sagen können. Und genau das ist dieses Schloss auch: schön. Als ich in den Empfangssaal kam, war ich erstmal ziemlich überwältigt von dem aufwändig verzierten Zellengewölbe und den vielen Säulen. Von den riesigen Vorhangbogenfenstern oder Wandgemälden (auch von Heinrich I., obwohl niemand mehr wusste, wie er aussah…) mal ganz zu schweigen. In diesem beeindruckenden Saal kann man heute übrigens auch Feste feiern, Tagungen abhalten oder Konzerte besuchen. Oder sind eigene Gedanken auf eine kommende Heirat gerichtet, entdeckt man hier die blau goldene Kapelle mit unglaublich vielen Details (für etwa 15 Gäste).

Das Pantoffelschloss

Die Fassade der Albrechtsburg Meißen
Kaum vorstellbar, dass das hier mal eine Porzellanfabrik war

Wer mein letztes Instagramvideo gesehen hat, der weiß, dass dieses Schloss eher nicht für ein Mittagsschläfchen geeignet ist, denn langweilig wird es hier nicht. Wer genug von den Medienstationen oder dem Audioguide hat, kann sich die Pantoffeln überziehen und durch den Großen Saal (auch der steht für Feiern und Vieles mehr zur Verfügung) schlurfen und die lebensechten Statuen und Throne begutachten. Außerdem gelangt man hier auch in die Kleine Tafelstube für standesamtliche Trauungen (etwa 40 Plätze), an deren Wand ein Gemälde der Verlobung bzw. Hochzeit zwischen Albrecht (16 Jahre) und Zedena (9 Jahre) hängt, über das sich gut diskutieren lässt.

So viel erstmal zur Geschichte des Schlosses und meinen ersten Eindrücken – ich muss wieder aufpassen, dass ich nicht zu ausschweifend werde, es gibt einfach so viel zu erzählen! Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich zu Beginn meiner Reise nicht erwartet hätte oder besser gesagt nicht wusste, dass Sachsen so wahnsinnig tolle Schlösser zu bieten hat, aber es ist wirklich mehr als einen Besuch wert. Und in meinem nächsten Beitrag erzähle ich noch mehr über meine Entdeckungen auf der Albrechtsburg in Meißen.

Wer nicht bis dahin warten möchte, kann sich gern schon mal auf der Website oder direkt beim Schlösserland Sachsen umsehen. Auch bei Facebook , Youtube oder natürlich auf meinem Instagram Kanal findet ihr dazu spannende Bilder.

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