Deutschlands schönstes Treppenhaus

Platz
Kurfürstin Anna auf dem Wandgemälde
Das 13m lange Wandgemälde

In meinem ersten Beitrag zur Albrechtsburg Meissen habe ich euch ja schon einiges zu der beeindruckenden Geschichte dieses Schlosses erzählt, immerhin ist es das älteste Schloss Deutschlands. Aber natürlich bietet dieser Ort weit mehr Reize, als nur ein geschichtsträchtiges Museum zu sein. Ganz anders als Schloss Moritzburg, aber genauso faszinierend habe ich es empfunden. Warum?

Ausstellung der Albrechtsburg
Schloss-Architektur hautnah

Gleich zu Beginn möchte ich meinen Dank nochmal an Herrn Dießner richten, der uns mit so viel Kompetenz, Leidenschaft und Wissen zur Seite stand. Ich finde es immer wieder toll, dass man sowohl auf Schloss Moritzburg als auch hier gemerkt hat, wie sehr die Faszination zum Beruf gehört. Das ist heutzutage sicherlich nicht mehr selbstverständlich, leider. Er hat uns zum Beispiel gleich im Großen Saal erklärt, dass die Grate des Zellengewölbes aus Stein bestehen und dabei frei von Hand gemauert wurde. Und dafür ist es erstaunlich akkurat! Natürlich sieht man bei genauem Hinschauen einige schiefe Linien oder Winkel, aber das Gesamtbild ist fantastisch – und das mit den damaligen Mitteln… mein Interesse war von Anfang an geweckt.

Maßmöbel für das Museum

Kommende Ausstellung auf der Albrechtsburg
Wir durften schon mal einen Blick auf die kommende Ausstellung werfen

Zu der Dauerausstellung gehören zum einen moderne Medienstationen mit Audioguides und interaktiven Bildschirmen, aber auch viele Möbelstücke aus dem 19. Jahrhundert, die teilweise für dieses Schloss sichtbar maßgefertigt wurden. Da könnte man sich heute noch so einiges für platzsparende Einrichtung abgucken. Wer also noch auf der Suche nach genialen Inspirationen für die eigene Wohnung ist, der ist an diesem Ort ebenfalls gut bedient. Vom 21. April bis zum 22. Juli werden hier auch noch auf 400m² ausgewählte Skulpturen des berühmten Expressionisten Ernst Barlach und Gemälde des zeitgenössischen Malers Alexander Dettmar in einer Sonderausstellung („Zwiesprache – Ernst Barlach und Alexander Dettmar“) gezeigt. Man lässt sich im Schloss immer wieder etwas Neues einfallen!

Das Meisterstück

Eine Holztür mit vielen Details
Überall finden sich faszinierende Details

Ein besonderes Highlight für mich war natürlich auch der sogenannte große Wendelstein. Auf dem Grundrissmodell des Schlosses, das Besucher überall zur Orientierung finden, lässt sich erkennen, dass das Schloss durch den kleinen und den großen Wendelstein praktisch in drei Teile gegliedert wird. Mit den Wendelsteinen sind die Treppenhäuser gemeint – wobei diese Bezeichnung dem eigentlich nicht gerecht wird. Beim großen Wendelstein sind die Stufen so breit, dass man bequem nebeneinander gehen kann, wobei der Herr natürlich immer außen geht. Besonders ist hier aber vor allem das aus Stein gedrehte Treppengeländer, das gerade von ganz unten oder ganz oben eine außergewöhnliche Perspektive bietet. Man sagt auch, es sei das schönste Treppenhaus Deutschlands.
Weiter findet man im Schloss zum Beispiel auch das Sternengewölbe, das die kunstvollste Form der gotischen Decke darstellt.

Eine andere Welt

Ein Schmuckstück der Ausstellung
Das berühmte Meissener Porzellan

Nach einer Weile kamen wir dann nochmal zu einem anderen Höhepunkt (ich brauche für nächstes Mal sicher einen wegweisenden Plan, mir kam das alles dort so weitläufig vor – es ist auch wirklich groß – und meine Orientierung ist ja nicht immer die Beste…), nämlich einem 13 Meter langen Wandgemälde. Mich würde wirklich interessieren, wie lange man damals wohl für so etwas gebraucht hat (und wie haben die es geschafft, dass die Farben nicht eintrocknen und dann alle unterschiedlich aussehen?!) – da habe ich noch etwas zum recherchieren. Das Gemälde zeigt unter anderem die Kurfürstin Anna, die zum Beispiel auch die erste Hofapotheke in Dresden gründete. Wer übrigens gern Historienromane liest, der findet in “ Die Hebamme“ von Sabine Ebert eine passende Thematik.

Ich kann nur immer wieder sagen, dass so ein Text einem solchen Ort kaum gerecht werden kann, man muss einfach dort gewesen sein. Für mich ist es wie in einer anderen Welt, ich denke gar nicht an den ganzen Alltag da draußen und es fällt mir ehrlich schwer, parallel nicht Instagram und Co. zu vergessen. Jeder Raum hat eine eigene Geschichte, es gibt so viel zu bewundern und zu erfahren und es ist so wichtig für uns. Ob man allein, als Paar oder als Familie dort hingeht, ich denke, jeder wird hinterher bereichert sein.

Als letztes meiner sächsischen Schlösser berichte ich euch nächstes Mal von der etwas weniger bekannten Burg Kriebstein. Die ist ein sehr interessantes Gegenstück! Infos dazu findet ihr schon mal beim Schlösserland Sachsen, auf YouTube und facebook.

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